Vor einigen Tagen hatte ich einen göttlichen Moment. Nein, liebe Leserin, lieber Leser, ich habe nicht Gott gespielt und das Wasser vor mir geteilt oder Büsche mit einem Wimperschlag entzündet. Nicht, dass ich es nicht verdient hätte, Gott genannt zu werden. Schließlich kann ich aus Ejakulat einen perfekten Menschen erschaffen. Gott selbst hat dafür noch Lehm gebraucht, zieht euch das mal rein. Und ich möchte Gott mal sehen nach einem Tag in meiner Familie! Der würde sich ganz schnell wieder in den Himmel verkrümeln und müsste erstmal sieben Tage ausspannen – sieben Gott-Tage versteht sich.
Aber Ausspannen ist ein gutes Stichwort. Mein göttlicher Moment hatte etwas von himmlischer Ruhe (ich stelle mir gerade Gott auf einer Wolke liegend mit schallneutralisierenden Kopfhörern vor). Ich saß mit meinen drei Kindern in einem Museums-Café (ja, ich hatte es tatsächlich in eine Ausstellung geschafft und hatte sogar ein paar Begleittexte zu den Exponaten lesen können), es gab Kuchen, Limo und Pfannkuchen und plötzlich, für ein paar wenige Sekunden, wurde alles still um mich, und ich sah mich dort sitzen und fühlte mich gleichzeitig dort sitzen, und ich betrachtete das Arrangement der Tische, die gestreifte Tapete, die grüne Vase, die sich unterhaltenden Leute und meine essenden Kinder, und es war gut so. In diesen Sekunden hatte alles seinen Platz, nichts sollte woanders sein – auch ich nicht. Es war eine kleine Murmel Perfektion. Der Moment verstrich und mir wurde schlagartig bewusst, dass ich solch einen Moment absoluter Schönheit, Vollkommenheit und Ausgewogenheit schon sehr, sehr lange nicht mehr erlebt hatte. Ich war schockiert. Ich fühlte mich wie die Menschen in Platons Höhlengleichnis, die, einmal losgebunden und ans Licht geführt, sehen, wie beschränkt ihre Wahrnehmung bisher war.
Ich begann nachzudenken, warum mir – ich nenn das jetzt einfach mal so, ohne auf irgendeine Religion Bezug zu nehmen – Gott in diesem Moment diese kleine perfekte Murmel, diese vollkommene und klare Nanosekunde Auszeit geschenkt hatte und warum es so verdammt lang her war, dass ich so etwas erlebt hatte. Früher, in meiner Kindheit war die Welt voller Murmeln, es waren so viele und sie waren so selbstverständlich da, dass ich sie meistens gar nicht wahrnahm. Ich glaube, bis ich ungefähr neun oder zehn war hab ich fast kontinuierlich im Flow gelebt. Astrid Lindgren hat einmal über ihre Kindheit gesagt: „Was haben wir gespielt, stundenlang, tagelang, dass wir uns nicht totgespielt haben, war ein Wunder.“ Im Rückblick war das auch für mich so, und für mich ist Tod und Sterben in diesem Zusammenhang nicht etwa fehl am Platz, denn es sind diese Momente des Einsseins und des Im-Moment-Aufgehen, in denen man sterben könnte und es nicht schlimm fänd. Als Jugendliche und junge Erwachsene begegneten mir weniger Murmeln, aber wenn, dann konnte ich sie nun sehen und als solche erkennen, was noch besser war als der permanente Flow ohne das Erkennen desselben. Einige davon habe ich mir in meine Hosentasche gesteckt und trage sie immer bei mir.
Warum also kam jetzt diese wunderbare, unbezahlbare Winzigkeit und warum nicht schon früher? Die Wahrheit ist, was sie oft ist, einfach und traurig. Dieser Moment der Schönheit kam zu mir, weil ich plötzlich innehalten konnte, ich konnte loslassen. In diesem Augenblick musste ich nichts! Nicht aufpassen, nichts aufheben, nichts abputzen, nicht zuhören, nichts antworten, nicht schimpfen, nicht loben, nicht Angst haben, nicht losfahren, nicht abholen. Ich konnte einfach nur dasitzen und nichtstun. Für Sekundenburchteile waren alle, inklusive mir, satt, zufrieden und ruhig. Um die Schönheit des Moments erkennen zu können und sich eins mit ihm zu fühlen, ging mir später auf, braucht es drei Dinge: Ruhe, Bedürfnislosigkeit und – Freiheit. Keines dieser Dinge gibt es in meinem Leben im Überfluss, das letzte, wage ich zu behaupten, gibt es überhaupt nicht.
Seit ich eine Mehrfachmutter mit Job bin, lebe ich in einem Tunnel, in dem die Richtgeschwindigkeit 130 kmh ist. Klar, die Zyniker unter euch werden jetzt sagen: „Dann krieg halt nicht so viele Bälger, schließlich hattest du die Freiheit, dich für oder gegen Familie zu entscheiden.“ Aber das Ganze zu einem Individualproblem zu machen, ist zu leicht. Denn, ich denke, man muss nicht unbedingt Mutter (oder Vater) sein, um dass Gefühl zu haben, dass das Leben ein Tunnel mit wenig bis gar keinen Haltebuchten oder gar Ausfahrten ist. Elternschaft wirkt bei dieser irrwitzigen Fahrt oft aber wie ein Katalysator. Kinder, liebe kinderlose Leserin und lieber Leser ohne Kinder, sind meiner Ansicht nach nicht das Problem, oder zumindest nicht immer. Natürlich sind Kinder anstrengend, nervtötend und omnipräsent. Und es ist eine Lebensaufgabe, sie zu sozialen, rücksichtsvollen und mitfühlenden Menschen zu erziehen. Da bleibt nicht viel Zeit für ich-bezogene Freizeitbeschäftigungen. Nicht, dass ich hier missverstanden werde, ich bin sehr dankbar für diesen krassen Anti-Ego-Trip. Ich bin dadurch auch ein besserer Mensch geworden. Das Problem, lieber Leser, liebe Leserin, ist viel mehr unser Gesellschafts- und Wirtschaftssystem, dass in dieser Form eine Ausgewogenheit von Arbeit, Leben und Liebe verunmöglicht und uns vermittelt, dass das was wir tun am Ende nie reicht. Familie zu haben, eine gute Arbeit zu haben und eine schöne Partnerschaft zu leben, heißt gegen Widerstände zu leben und zwischen gegensätzlichen Ansprüchen aufgerieben zu werden. Im Folgenden werde ich das mal in Form eines Dramas in vier Akten verdeutlichen. Viel Vergnügen bei der Lektüre!
1. Akt: Die Wohnung, in der Nacht zu Montag.
- Szene 5:30 Uhr. Auftritt Kind C. Laut rufend.
Kind C: Mama. Maamaa. MAAMAA!
Mutti: Ja, ja. Komm, ich nehm dich mit in unser Bett.
Mutti blickt auf die Uhr. Stöhnt. Schiebt das Kind von ihrem Gesicht, das mittlerweile auf ihr liegend wieder eingeschlafen ist.
- Szene 5:40 Uhr. BIEP, BIEP, BIEP. Der Wecker von Vati Auftritt Vati.
Vati: Stöhn, ächz. Na ja, muss ja.
Mutti: Hmmpf.
6:10 Uhr. Vati verlässt das Haus. Die Tür fällt ins Schloss.
Mutti, murmelnd: Hmmpf. Noch zwanzig Minuten, noch zwanzig Minuten. Ein bisschen noch schlafen.
6:30 Uhr. BIEP BIEP BIEP.
Kind C: Mama, Hunger.
Mutti: Ja, ich mach dir gleich was. Lass uns erstmal Kind A und Kind B wecken.
Mutti streichelt den Kopf von Kind A. Kind C zappelt auf ihrem Arm.
Mutti: Kind A, es ist Zeit aufzustehen.
Kind A: Ach nöö, ich will nicht. Ist so kalt und dunkel.
Mutti am Bett von Kind B, es sanft stupsend: Kind B komm raus auf dem Bett. Los geht’s.
Kind B kneift die Augen zu und fingiert Tiefschlaf.
Kind C: Hunger!
Mutti, in die Küche gehend: Ja, jetzt mach ich dir was. Was willst du denn? Müsli? Nein?! Dann ein Toast mit Frischkäse? Nein?! Apfel? Nein?! Hm.
Kind B, plötzlich aus dem Tiefschlaf erwacht: Mama, machst du mir ein Brot mit Schokostreuseln und Schokocreme?
Mutti: Mist!
Kind C: Schoko, Schoko.
Mutti: Na gut. Aber nur heute, ausnahmsweise.
Kind A, kommt schlaftrunken in die Küche: Mir hast du in der Grundschule nie Schokobrot zum Frühstück gemacht.
Mutti sagt nichts, schmiert die Schokobrote und verteilt sie auf Teller. Alle finden sich in der Küche ein, essen. Mutti geht ins Badezimmer, wäscht sich kurz, putzt sich die Zähne, zieht sich an. Geht zurück in die Küche, schmiert Pausenbrote, befüllt Wasserflaschen.
Mutti: Passt jemand auf Kind C auf? Gestern wäre es fast aus dem Hochstuhl gefallen.
Kind A: Ja, ja.
- Szene SMS von Vati auf Muttis Handy.
Streckensperrung wegen Laub auf den Gleisen. Werde wohl erst zwei Stunden später auf der Arbeit sein. Bin schon voll in den Minusstunden. Muss die nächsten Tage Überstunden machen. Tut mir leid. Ich küsse dich.
Mutti: Scheiße. Ich muss doch heute Abend zum Elternabend in die Schule. Wie mach ich das denn jetzt? Kind A, kannst du gleich mal bei der Nachbarin fragen, ob ihr heute Abend zwei Stunden bei ihr bleiben könnt. Vati kommt später heute.
Kind A: Noch später als sonst. Och manno. Und nächste Woche ist er dann auf Dienstreise. Wir sehen ihn ja gar nicht mehr.
Kind B: Dürfen wir bei der Nachbarin Fernsehen bis du wieder da bist?
Mutti: Nein, das ist zu spät. Dann könnt ihr schlecht einschlafen.
Kind B, schreiend: Du bist echt soo unfair. Ihr Großen dürft immer alles machen, was ihr wollt.
Mutti: Würde ich gerne mein Kind, kann ich aber ganz und gar nicht. Und hör auf mich anzuschreien. Zieh dich an jetzt, du musst gleich los zur Schule. Du auch, Kind A.
Kind B, rennt in sein Zimmer und knallt die Tür, schreit: Mach ich nicht. Ich will nicht in die Schule.
Mutti reißt die Kinderzimmertür auf, brüllt: Hör auf die Tür zu knallen. Reiß dich zusammen, verdammt noch mal. Nachmittags dürft ihr Fernsehen, das ist die Regel. Zieh dich jetzt an.
Kind B, verstockt: Nein.
Kind C: Mama, Kacka!
Mutti, flehend: Bitte, Kind B, ich muss jetzt Kind C wickeln, zieh dich an, es ist schon viertel nach sieben. Dann rufend: Kind A, bist du fertig, du musst los zum Bus.
Kind B: Nein.
Kind A: Ja. Tschüss, Mutti.
Mutti küsst Kind A zum Abschied. Mutti wickelt Kind C, wäscht es, weil sein ganzes Gesicht mit Schokolade verschmiert ist und zieht es an, zieht Kind B an, schiebt es aus der Tür, küsst es zum Abschied, bringt Kind C in die Betreuung, fährt los zur Arbeit.
2. Akt: Die Arbeit
- Szene 8:30 Uhr. Mutti erreicht die Arbeit.
Mutti: Guten Morgen, Kollega.
Kollega: Guten Morgen, Mutti. Na, wie geht’s?
Mutti: Alles klar. Bei dir?
Kollega: Ja, geht. Chefin will uns heute sprechen.
Mutti: Aha. Wann?
Kollega: 14:00 Uhr.
Mutti: Mist! Ich muss um 14:00 Uhr los und Kind C abholen. Die Betreuung macht um 14:30 zu.
Kollega: Vielleicht können wir es vorziehen. Ruf sie doch gleich mal an. Ansonsten sage ich dir morgen, was wir besprochen haben.
Mutti, seufzend: Wie immer, Neuigkeiten aus zweiter Hand.
Kollega: Kriegen wir schon hin.
Mutti setzt sich an ihren Schreibtisch, Kollega rollt zu seinem zurück. Mutti ruft Chefin an.
Mutti: Ja, Chefin, hier Mutti. Könnten wir uns vielleicht eher treffen, weil ich um 14:00 schon wieder losmuss? Ja, das wär super. Danke. Bis gleich.
Mutti und Kollega arbeiten schweigend. Hin und wieder blickt Mutti auf ihr Handy. Kein Anruf, keine Nachricht? Dann geht es allen gut.
- Szene 11:30 Uhr. Auftritt Chefin.
Chefin: So, Mutti, ich wollte Sie fragen, ob Sie vielleicht Lust hätten, das nächste Projekt zu leiten. Sie könnten ja kurzfristig bis zum Ende der Projektlaufzeit Ihren Vertrag aufstocken. Was halten Sie davon?
Mutti, zögernd: Ich würde sehr gerne. Aber Sie wissen ja, Vati pendelt, er ist abends immer erst sehr spät zuhause und wir haben nur einen Betreuungsplatz bis 14:30 Uhr. Wenn ich manchmal von daheim arbeiten könnte …
Chefin: Tut mir leid, das ist bei uns, wie Sie wissen, nicht vorgesehen. Schauen Sie mal, vielleicht gibt es ja noch eine andere Möglichkeit. Sie sagen mir morgen Bescheid. Ansonsten übertrage ich das Projekt Kollega. Dann sind Sie ja immer noch involviert, Mutti. Ist ja auch nicht schlecht, oder?
Mutti lächelt schief: OK, danke.
Abgang Chefin.
- Szene 12.00 Uhr.
Kollega: Gehst du mit was essen?
Mutti: Nein, danke. Ich muss ja gleich schon wieder los zum Abholen. Ich komm sonst noch mehr in die Minusstunden.
Kollega: Na gut. Er hebt den Telefonhörer ab und ruft den Kollegen im Nachbarbüro an, um sich zum Essen zu verabreden.
3. Akt: Die Hobbys
Mutti hat Kind C und Kind B abgeholt, Kind A ist schon zu Hause und hat Hunger. Sie schmiert sich und Kind A in der Küche ein Butterbrot. Sie isst im Stehen und Spielen mit Kind C. Macht sich einen Kaffee und übt mit Kind B sein Instrument, während Kind C auf Muttis Schoß sitzt und mit ihr Hoppe-Reiter spielen will. Kind A übt allein. Um 15:30 packen alle ihre Sachen ein, Mutti zieht Kind C an und sie verlassen das Haus, um zum Musikunterricht zu fahren.
Muttis Handy klingelt. Mutti nimmt ab, Amiga ist dran.
Amiga: Hey Mutti, wie isset? Ich wollte dich einladen zu einem Theaterstück, nächsten Mittwoch. Meine Schwester ist in der Hauptrolle.
Mutti: Oh toll. Findet das auch noch mal am Wochenende statt? Du weißt ja, unter der Woche ist immer schlecht bei mir.
Amiga: Nein, leider nicht, sie ist nur Mittwoch in der Stadt mit dem Stück.
Mutti: Schade. Aber lass uns bald mal wieder treffen. Gerne mal abends was essen gehen, oder?
Amiga: Ja gerne, aber ich bin ab Freitag erstmal in Guatemala für vier Wochen. Ich melde mich, wenn ich zurück bin. Ciao.
Mutti: Ciao.
Mutti liefert Kind A und B beim Musikunterricht ab, fährt zum Supermarkt und macht einen Einkauf. Kind C will nicht im Einkaufswagen sitzen bleiben. Mutti trägt Kind C durch den Laden und navigiert den Einkaufswagen durch die Gänge. Beim Bezahlen setzt Mutti Kind C ab. Es läuft durch die automatische Tür nach draußen. Mutti fängt es ein, bevor es auf die Straße läuft, und bezahlt den Einkauf. Kind A und B werden abgeholt und alle fahren nach Hause.
4. Akt: Die Wohnung
1. Szene 17:30 Uhr. Während die Kinder fernsehen, öffnet Mutti einen Brief von der Rentenversicherung.
Mutti: Wenn Sie bis zu Ihrem Renteneintrittsalter so arbeiten, wie in den letzten fünf Jahren, dann bekommen Sie nach heutigen Stand 600 Euro ausgezahlt. Na, prima! Ich hab einen Achtzehn-Stunden-Tag, eigentlich müsste ich 2500 Euro Rente bekommen. Wenn ich so arbeiten würde, wie die Arbeitsministerin es will, um nicht in Altersarmut zu enden, dann gäbe es bei uns keine gemeinsamen, selbstzubereiteten Mahlzeiten, keine Hobbys, kein spontanes Eisessengehen oder Ballspielen am Nachmittag bei Sonnenschein. Fraglich, ob ich jemanden bezahlen könnte, diese Dinge zu übernehmen. Selbst wenn, würde mein Gehalt wahrscheinlich dann dafür draufgehen. Letztendlich könnten wir uns dann weniger leisten als jetzt. Unsere Urlaube fänden alle zu kurz, weil zwei Wochen Urlaub die verlorene Zeit im Alltag nicht aufwiegen. Wir haben ja so schon wenig Zeit, Vati und ich. Jeder hätte dann irgendwann Affären. Wir würden uns trennen, wenn Kind A 18 ist. Ich wäre dann noch ca. 10 Jahre mehr oder weniger alleinerziehend und müsste dann mit 60 in Frührente, weil ich völlig ausgebrannt wäre. Ich hätte dann zwar genug Geld und wäre unabhängig, weil ich mir 35 Jahre den Arsch abgearbeitet habe, wäre aber allein, ohne Beziehung und vielleicht sogar krank.
2. Szene 18:00 Uhr. Kinder zur Nachbarin und Elternabend.
Kind A: Mutti, wir gehen jetzt hoch zu Nachbarin.
Mutti: Ja, ich bin in zwei Stunden wieder da.
Mutti verlässt das Haus und geht zum Elternabend. Nach zweieinhalb Stunden ist sie wieder da und holt die Kinder von der Nachbarin ab.
Mutti: Na, was habt ihr gegessen?
Kind B, strahlend: Schokocroissant und Cola.
Kind A, beschwichtigend: Kind C hatte Milch.
Mutti, mehr zu sich selbst: Dann hättet ihr ja auch fernsehen können.
Kind B, mit noch breiterem Grinsen: Haben wir ja auch, beim Essen.
- Szene 20:45 Uhr. Mutti bringt die Kinder ins Bett. Alle liegen im Bett.
Kind A: Ich hab noch Durst. Bringst du mir ein Glas Wasser?
Kind B: Mama, ich hab Angst.
Kind C: Schnuller, wo ist?
Mutti versorgt alle und beginnt dann, die Spülmaschine aus- und die Küche aufzuräumen, wo immer noch Geschirr und Lebensmittel vom Frühstück stehen. Vati kommt nach Hause.
Vati, küsst Mutti: Uff, was für ein Tag!
Mutti: Kann man wohl sagen!
Vati: Hast du Lust auf Sex?
Mutti: Nicht so, du?
Vati: Nö, zu kaputt. Lass uns noch ein bisschen fernsehen.
Mutti: OK.
Liebe Leserin, lieber Leser, alle Erwerbstätigen leben heute mit Dilemmata und nicht zu vereinbarenden Rollenanforderungen. Das ist nicht schön und manche macht es sogar krank. Ich allein kann daran nichts ändern. Aber vielleicht wir alle zusammen, wenn wir uns mehr Zeit zum Nichtstun einfordern.